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Einleitung Stiftung Projektleitung Audit Projekt

Einführung
 

Zielsetzung
 

Methodische Grundlagen
 

Checklisten
 
Einführung
Der Wintersport hat im Alpenraum eine große touristische und damit regionalwirtschaftliche Bedeutung. Die bisherige Entwicklung des Skisports war auch mit der räumlichen Ausdehnung der Ski gebiete und der ständigen Erweiterung der Kapazitäten verknüpft. Inzwischen belegen zahlreiche Arbeiten die langfristigen Wirkungen, die von den Anlagen, ihrem Betrieb und der Präparation der Pisten auf die Vegetation, die Tierwelt und das Landschaftsbild und damit auch auf die Umwelt ausgehen.

In aktuellen Arbeiten (vgl. PRÖBSTL 2001) werden darüber hinaus weitere Wirkungsfaktoren ermittelt. Dabei handelt es sich um die für viele Skigebiete charakteristische Doppel- und Mehrfachnutzung. Wo Wintersport, Almwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd und/ oder sommertouristische Nutzungen in den Skigebieten nicht abgestimmt zusammentreffen, ergeben sich Bereiche mit erheblichen Belastungen. Diese Frage gewinnt auch deshalb an Bedeutung, weil viele Gebiete sich mit neuen Aktivitäten um eine verbesserte ganzjährige Auslastung bemühen.

Diese Fakten waren Auslöser für die Durchführung des vorliegenden Projektes, das von Seiten der Botanisch-Zoologischen Gesellschaft Liechtenstein-Sargans-Werdenberg (BZG) angeregt wurde. Es stellte sich die Frage: Gibt es Möglichkeiten, die durch den Bau, die Präparation und die Benutzung von Pisten entstandenen Schäden und Eingriffe in der Natur nachträglich zu beheben oder wenigstens zu vermindern? Für eine erste Klärung, wurde – finanziell unterstützt von der Verwaltungs- und Privat-Bank Aktiengesellschaft – eine Vorstudie durch BROGGI & PARTNER AG (1996) erstellt. Wie die Vorstudie in vier Skigebieten und die Skigebietsuntersuchungen im Alpenraum (vgl. CIPRA 1996, SEEWALD ET AL. 1998, AMMER ET AL. 1991) belegen, gibt es vielfältige Möglichkeiten, Skigebiete aufzuwerten und ihre Stabilität, aber auch ihre Eignung als Lebensraum für einheimische Tiere und Pflanzen zu verbessern. Diesen Zielen haben sich seit 1988 Forschungsprojekte und Veröffentlichungen der Stiftung Sicherheit im Skisport, SIS, des Deutschen Skiverbandes, DSV, eingehend gewidmet.

Die Studien zeigen, dass die Möglichkeiten von der sofortigen Sanierung einzelner Schadstellen bis zu langfristigen Pflegemaßnahmen beziehungsweise umfassenden Entwicklungskonzepten reichen und dabei über die Sanierung hinaus wesentlich zur ökologischen Aufwertung eines Skigebietes beitragen können. Information und gezielte Öffentlichkeitsarbeit müssen die Maßnahmen begleiten.

Grundsätzlich stellte sich die Frage, welche Instrumente eine kontinuierliche Aufwertung der skisportlich genutzten Flächen begünstigen. Ordnungsrechtliche Maßnahmen sind notwendig, aber nicht ausreichend. Angedachte Prädikate wie Gütesiegel sind statisch und nicht weitgreifend genug. Stattdessen sollte ein richtungsweisendes Modell auf der Grundlage der betrieblichen Eigenverantwortlichkeit entwickelt werden. Als mögliches Instrument zu einer solchen eigenverantwortlichen Aufwertung von Skigebieten bot sich ein Öko-Auditing an.

Während für viele betrieblichen Vorgänge aus verschiedenen Unternehmensbereichen mittlerweile erprobte Modelle für ein Auditing bestehen, fehlen entsprechende Grundlagen für skisportlich genutzte Landschaftsräume. Der die Vorstudie begleitende Ausschuss begrüßte daher die Idee, die Anwendungsmöglichkeiten des Öko-Auditings für skisportlich beeinflusste Gebiete näher zu untersuchen und regte die Durchführung eines entsprechenden Projektes an. Die konkrete Sachbearbeitung in den verschiedenen Skigebieten sollte Grundlagen für einen allgemeingültigen Leitfaden ergeben und konkrete Umsetzungsmaßnahmen initiieren (siehe Abbildung).
Abbildung Einführung
Abb.: Bestandteile des Projektes und Entwicklung des Leitfadens aus den praktischen Erfahrungen in verschiedenen Skigebieten (linke Spalte) und der Integration von fachlichen Inhalten aus der projektbegleitenden Arbeitsgruppe (rechte Spalte).
Ausgehend von Fallbeispielen sollte ein geeignetes Verfahren für ein Auditing von Skigebieten entwickelt werden. Das Projekt sollte aufzeigen, welche Beurteilungsgrößen für die Durchführung eines Audits relevant sind und welches Methoden-Set im Rahmen eines solchen Audits angewandt werden muss. Dabei sollte sich die Studie nur auf den Teilbereich der Pisten und betroffenen Naturräume und nicht auf das gesamte Unternehmen beziehen. Es geht also um ein Audit der landschaftlichen Nutzungen im Wirkungs- und Einflussbereich eines Skigebietes.

Zur breiten Unterstützung dieses und weiterer Projekte zur Förderung der umweltverträglichen Entwicklung des Skisports wurde auf Initiative der Verwaltungs- und Privat-Bank Aktiengesellschaft, Vaduz, im Dezember 1999 die Stiftung pro natura – pro ski gegründet. Sie ist Auftraggeberin des Projekts Auditing in Skigebieten.